Arbeit in der Praxis

"Eingeborene tun erst und wissen gar nicht, was sie tun. Erst viel später wird darüber nachgedacht." C.G. Jung

Seit 1993 arbeite ich kunsttherapeutisch mit Menschen aller Altersstufen, mit unterschiedlichen Krankheiten und in Krisensituationen.

Mit Gruppen für verschiedene Einrichtungen und Auftraggeber, wie der kfd, Bildungsstätten, Firmen, Krankenhäuser, Kulturinstitutionen.

Mit Einzelpersonen in selbstständiger Praxis und im Krankenhaus.

Alle Arbeit findet in einem „geschützten Raum“ unter Begleitung statt.

Farben, Pinsel und Ton sind dabei wichtige Materialien.

Sich einem Thema mit Farben auf Papier zuzuwenden, ist neben dem gesprochenen Wort, für die meisten Menschen erst einmal ungewöhnlich.

Die Materialien bieten uns Gelegenheit in sie einzutauchen und zu versinken und dabei gleichzeitig ganz im hier und jetzt zu sein.

So wird in der gemeinsamen Zeit in der Regel gemalt, gesprochen und die körperliche Empfindung einbezogen.

Manchmal wird absichtslos und ohne eine inhaltliche Reflexion gestaltet, was einer Entspannungsübung gleicht. Meistens möchten die Bilder jedoch betrachtet und einbezogen werden. Um mit dem Satz: “Meine Bilder sind schlauer als ich,“ von Gerhard Richter zu sprechen geht es häufig in der darauf folgenden Betrachtung um Inhalte. Wobei es vorwiegen um reale, wie individuelle Wahrnehmung und weniger um Wertung geht.

Was sehe ich auf dem Bild, welche Farben haben mich zu welcher Form angeregt? Bringt mir die Gestaltung Freude, Erkenntnis? Hilft es eigene Fragen auf eine gute kreative Art und Weise zu beantworten?

In längeren Prozessen bekommen die Bilder einen tagebuchartigen Charakter.

In der Trauerbegleitung sind dieselben Medien unsere Helfer. Gefühle von Abhängigkeit, Angst, Liebe, Schuld, Verzweiflung und Wut werden geordnet und geklärt. Wir treffen Entscheidungen, die ein Abschiednehmen in spirituell rituellen Handlungen ermöglichen, um frei zu sein, für ein lebendiges, liebeswertes Leben.

Auch in der kreativen Supervision werden Farben und Formen genutzt. Problematische Situationen aus dem Arbeitsumfeld werden gezeichnet und gemalt, häufig geschnitten und gebaut. Im „Probespiel,“ das einem Rollenspiel mit Figuren gleicht, entsteht ein veränderbarer, zuweilen „ver-rückter Raum.“ Durch kreatives künstlerisches Arbeiten wird unsere emotionale kindliche Kraft genutzt, um sinnvolle Entscheidungen als erwachsene und eigenständige Person zu treffen.